Von Fabian Vögtle
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Morgens um sechs Uhr. Mit müden Augen kriecht einer nach dem anderen aus seinem Zelt auf dem Dach der Navodaya School in Tandi. Murren und Murmeln, warum immer so früh aufstehen? Diesmal rückt die tägliche Frage schnell in den Hintergrund. Denn beim Blick über die Felder und den Dschungel ragen zwei rot erleuchtete Berge in die Höhe. Es sind die weißen Spitzen des auch als Killerberg bezeichneten Mount Manaslu und das Annapurna-Massivs. Die Achttausender im Himalaya, in weiter Ferne und doch so nah.

Morgendlicher Blick auf den Himalaya
Morgendlicher Blick über den Terai und Urwald auf den Himalaya

Einige der 30 Teilnehmer stehen sogar um halb sechs auf, denn nicht nur auf den beiden Baustellen, wo in der zweiten Woche vor allem Zement mischen und Steine schleppen angesagt war, wird gearbeitet. Auch im Quartier sorgen jeden Tag bis zu vier Scouts mit Hilfe einiger nepalesischer Mädels für Sauberkeit, Ordnung und die Verpflegung der Gruppe.

Tom Schüle (links) und Lucas Bohne schmieren morgens Brötchen für alle
Tom Schüle (links) und Lucas Bohne schmieren morgens kurz vor 6 Uhr Brötchen für alle

Yannick Fugenzi erzählt wie ein Tag Houskeeping und Küchendienst in der Navodaya School abläuft:

Der Tag beim Housekeeping bringt seine Vor- und Nachteile mit sich. Er kann als Pause von den harten Arbeitstagen an Grundschule und Krankenhaus dienen, jedoch darf die Anstrengung im Haus nicht unterschätzt werden, denn gerade beim Einkaufen und Kochen darf man sich keinerlei Fehler erlauben.

GA-Volo Fabian Vögtle schrubbt kräftig mit
GA-Volo Fabian Vögtle schrubbt kräftig mit

Daher werden wir beim Einkauf auf den Märkten in Tandi und am beim Kochen am Gasherd von drei nepalesischen Mädchen unterstützt. Auch die tägliche Grundreinigung von Toiletten, Aufenthaltsräumen und Balkon ist bei den Temperaturen, die hier vorherrschen, keine Leichtigkeit. Doch im Laufe des Tages hat man zwischen der Arbeit auf alle Fälle Zeit zum Entspannen und Wäsche waschen.

Die beiden nepalesischen Mädels Susta und Sarita helfen beim Einkauf auf dem Markt
Die beiden nepalesischen Mädels Susta und Sarita helfen beim Einkauf auf dem Markt

Das sind genauso wie das leckere Mittagessen auf dem Markt die großen Vorteile am Housekeeping. Weniger schön ist der Druck, der auf einem als Tagesleiter lastet. Denn wenn die anderen Scouts von den Baustellen kommen, muss alles gut vorbereitet sein – „wer hart arbeitet, muss auch gut essen“.

Die Küchencrew hat beim Gemüse schnipseln sichtlich Spaß
Die Küchencrew hat beim Gemüse schnipseln Spaß

Verzögerungen beim Abendessen und Fehler, wie nicht gespülte Teller, werden kaum geduldet und mit bösen Blicken und fiesen Kommentaren bestraft. Dennoch ist der Küchendienst spaßig und eine gute Abwechslung zur harten Arbeit auf dem Berg in Khalikola und im Hospital in Tandi.

Yannick Fugenzi ist seit einiger Zeit bei den Scouts aktiv. Der 19-Jährige hat dieses Jahr an der Otto-Kühne-Schule sein Abitur gemacht. Er beginnt im Anschluss an das Nepal-Projekt seinen Bundesfreiwilligendienst bei Scouting Bonn e.V. In dieser Rolle wird er im kommenden Jahr auch das alljährliche Osterlager organisieren.

Yannick Fugenzi bereitet für 30 Leute die Sauce zu
Yannick Fugenzi kocht abends für 30 Leute

 

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