Von Fabian Vögtle
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Von Betonmischern und Baggern kann man im Terai Nepals nur träumen. Mit Schaufeln, Säcken und wenigen Schubkarren malochen die Scouts aus Bonn an den beiden Baustellen. Bei Temperaturen von über 30 Grad ganz schön kräftezehrend. Umso wertvoller sind die freien Tage, die zu Ausflügen einladen und damit auch zum Entdecken von Land und Leuten. Denn die Eindrücke, die alle Teilnehmer hier sammeln und mit zurück nach Deutschland nehmen, sind mindestens so wichtig wie die helfenden Hände, die sie in Nepal ausstrecken. Da sind sich alle einig.

Mit dem Fahrrad übern Fluss des Chitwan Nationalpark
Mit dem Fahrrad übern Fluss des Chitwan Nationalpark
Scouter bei der Elefanten-Aufzuchtstation im Nationalpark
Scouter bei der Elefanten-Aufzuchtstation im Nationalpark

Was die genaue Freizeitgestaltung betrifft, gehen die Meinungen aber auch bei den Pfadfindern auseinander. So etwa beim Besuch des Chitwan Nationalparks. Ein erfrischendes Bad mit Elefanten sorgt für Diskussionsstoff. Während die einen – Kindheitstraum erfüllend – fröhlich auf dem Buckel der dickhäutigen, aber sensiblen Tiere hocken und sich vom Rüssel nass spritzen lassen, sitzen andere nachdenklich am Flussufer.

Tierpfleger kümmern sich um die badenden Elefanten
Tierpfleger kümmern sich um die badenden Elefanten

Wie er das Elefanten-Bad erlebt hat, beschreibt Joshua Koch. Nicola Schiprowksi schaute nur zu und erklärt warum:

Joshua Koch:
„So nah kommt man einem Elefanten auf keinem anderen Weg. Es hat total Spaß gemacht da drauf zu sitzen und war für mich eine tolle Erfahrung, obwohl man sich bewusst sein sollte, dass die Tiere ausgebeutet werden. Man sieht aber, dass sie auch selbst Spaß am Baden haben. Würde es den Nationalpark nicht geben, wären viele Tier- und Pflanzenarten sicher noch gefährdeter als sie ohnehin sind. Attraktionen innerhalb des Parks fördern den Tourismus, schaffen Arbeitsplätze und helfen so dem ganzen Land.“
Lucas Speth (links) und Joshua Koch beim Baden mit einem Elefanten
Lucas Speth (links) und Joshua Koch beim Baden mit einem Elefanten
Nicola Schiprowski:
„Ich betrachte das Elefanten baden kritischer und halte es für nicht unterstützenswert. Denn in den meisten Fällen werden die Tiere noch sehr jung gefangen genommen und von den Müttern getrennt. Hinzu kommt, dass sie die Touristen mit ihrem Rüssel nicht von allein nass spritzen, sondern dafür ein Schlag mit Stock, Eisenstange oder ein Tritt an die empfindliche Stelle hinterm großen Ohr notwendig ist. Wenn es allen Touristen ausreichen würde, den Elefanten nur beim Baden zuzusehen, und nicht auf deren Rücken, sondern zu Fuß oder mit dem Kanu den Dschungel zu erkunden, könnte man solche Misshandlungen vermeiden.“

 

Auch GA-Volo Fabian Vögtle wurde nass - hier mit Scouter Julian Weigele
Auch GA-Volo Fabian Vögtle wurde nass – hier mit Scouter Julian Weigele

 

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